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Unser Wasser Hamburg : Presse : Bücher


Das 20-Milliarden-Euro-Spiel

Auf Telekommunikation und Strom soll in kürze mit der Wasserversorgung die nächste große Privatisierung eines öffentlichen Bereiches folgen. Über zwanzig Milliarden Euro Umsatz der Branche machen den Wassermarkt für die großen Energie- und Dienstleistungskonzerne begehrlich. Im Mittelpunkt steht dabei die Debatte um die Privatisierung der Wasser- und Abwasserwerke. Während sich auf der einen Seite die Marktradikalen um Weltbank, Bundesministerium für Wirtschaft, Banken und EU-Bürokraten scharen, stehen auf der anderen Seite besorgte Wasserwerker, auf Autonomie bedachte Kommunen und Globalisierungskritiker. Dieses Buch faßt die aktuelle Diskussion zusammen, weist auf Chancen und Risiken der Privatisierung hin und plädiert für eine ökologisch und sozial nachhaltige Wasserversorgung der Zukunft.

Aus dem Inhalt:
Wem nützt eine Kommerzwasserwirtschaft? / Das Umweltbundesamt: Privatisierung: Nein Danke! / Private Abwasserentsorger wollen Standards aufweichen / Wenn die Kläranlage an einen US-Trust vermietet wird / Wie die eiserne Lady» das Wasser in England privatisierte / Schweiz: Die Eidgenossen wehren sich gegen die Privatisierung / Das Desaster der Liberalisierung auf dem US-Energiemarkt / Alternativen zur drohenden Kommerzwirtschaft / Vorschläge zur Optimierung kommunaler Wasser- und Abwasserbetriebe...

Geiler, Nikolaus
Das 20-Milliarden-Euro-Spiel.

Die Liberalisierung des Wasser- und Abwassermarktes
2004. 184 Seiten, Broschiert, 12.80 EUR / 23.50 SFr.
ISBN 3-89657-577-5


Lisa Stadler und Uwe Hoering: Das Wasser Monopoly. Von einem Allgemeingut und seiner Privatisierung.

Dieser ganz neue Titel beschäftigt sich zunächst mit den Besonderheiten des Wasser als knappe Ressource und dem Wassermarkt mit seiner monopolistischen Ausprägung.

Die Autoren beschreiben die Akteure der Wasserprivatisierung, die im Vordergrund wie RWE, Ondeo, Veolia, SAUR und Bechtle; und die im Hintergrund, die Finanzkonzerne und Banken wie BNP Paribas, Credit Suisse First Boston, UBS Warburg und WestLB.

Sehr ausführlich wird dargestellt, wie diese internationalen Konzern in Verbindung mit den westlichen Industriestaaten –insbesondere auch der Bundesrepublik Deutschland- ihre Privatisierungsideologien in den internationalen Organisationen Weltbank und Internationaler Währungsfond –IMF- durchsetzen konnten. Weltbank und IMF haben seit Jahren Gelder in Wasserversorgungsprojekte nur vergeben, wenn gleichzeitig eine Privatisierung der Wasserversorgung durchgeführt wurde.

Das deutsche Entwicklungshilfeministerium und die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit haben sich dieser Politik angeschlossen.

An vielen Beispielen wird gezeigt, wie solche Privatisierungen gescheitert sind: Cochabamba, Manila, Accra (Ghana). Selbst in England und Wales sind die Versprechungen nicht eingehalten worden.

Das berühmte Mantra – „There Is No Alternative“ (beliebter Satz von M. Thatcher) - der Privatisierer wird aber widerlegt: Anhand von Beispielen in Estland, Honduras und der Schweiz wird dokumentiert, dass öffentliche Wasserwerke eine gute Wasserversorgung aufbauen und erhalten können.

Dieses Buch bietet einen sehr umfangreichen Überblick über die Privatisierung der Wasserwirtschaft in Europa und weltweit und den Widerständen dagegen.

Stadtler/Hoering: Das Wasser-Monopoly. Zürich: Rotpunktverlag, November 2003, 19,80 €

 


Robert Harris        POMPEJI

Der Sommer des Jahres 79 n. Chr. war am Golf von Neapel ungewöhnlich heiß. Durch die extreme Trockenheit versiegten Brunnen und Quellen. Die Bewohner der Gegend um Pompeji waren beunruhigt über das unerklärliche Grollen, dann bebte die Erde tagelang. Am Nachmittag des 24. August schoss eine Lavasäule aus dem Inneren des Vesuvs.

Dieses Ende von Pompeji ist uns allen bekannt. Und damit eigentlich auch das Ende von Robert Harris Roman „Pompeji“. Trotzdem gelingt es Harris meisterhaft, die letzten vier Tage vor dem Untergang Pompejis zu schildern. Hauptfigur des Romans ist der junge Wasserbaumeister Attilius. Er wurde gerade erst aus Rom nach Pompeji versetzt um die Aqua Augusta, das Meisterwerk römischer Wasserbaukunst im Golf von Neapel, zu beaufsichtigen. Sein Vorgänger ist auf mysteriöse Weise verschwunden. Schnell macht Attilius Bekanntschaft mit dem wichtigsten Ratsherrn von Pompeji, Ampliatus. Dieser ist mit dem Bau von Häusern und luxuriösen öffentlichen Bädern zu Geld und Macht gekommen. Gerade manipuliert er die anstehenden Wahlen. Ampliatus hat das öffentliche Leben Pompejis und die Wasserversorgung korrumpiert: In Politik und Geschäftswelt tauchen immer die gleichen Namen auf. Dies macht „Pompeji“ so aktuell, zu einer höchst aktuellen Parabel. Die Degenerierung einer der wichtigsten technischen Leistungen des Römischen Reiches, der öffentlichen Wasserversorgung, durch private Interessen steht für Glanz und Untergang des Römischen Imperiums.
Robert Harris sagt: “Ich möchte mit meinem Buch daran erinnern, dass alle, auch die Großmächte, verletzbar sind. Pompeji ist ein Symbol an die eigene Unverwundbarkeit, während man im Luxus schwelgt“. Diese Aussage von Robert Harris ist keineswegs nur historisch gemeint! Für Harris sind die Parallelen zwischen den beiden Supermächten USA und dem Römischen Reich unübersehbar. Pompeji: spannend wie ein Krimi, realistisch wie das wahre Leben.

Robert Harris: Pompeji, 380 Seiten, Heyne Verlag, 20,-- €


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Diese Seite wurde aktualisiert am:
12.08.2004